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Programm > Antikes Rom
Ein Ausflug nach Ostia sollte bei jeder Romreise mit dabei sein. Hier erholen sich die Römer am Wochenende vom italienischen Alltag. Später können Sie entweder einen Spaziergang zum Meer machen oder mit uns an einer Führung in Ostia Antica, der alten Hafenstadt Roms teilnehmen. Zwar ist der Zugang zum Meer von Ostia Antica, wo im alten Rom der Tiber ins Meer mündete, heute versandet, aber ein Besuch lohnt allemal: Eine komplette römische Hafenstadt, die im 2. Jahrhundert v. Chr. 50.000 Einwohner zählte kann hier in erstaunlich gutem Zustand inmitten von Pinien und Zypressen in aller Ruhe besichtigt werden.
Die Ausgrabungen der antiken Hafenstadt Roms:
Adresse
Viale dei Romagnoli 717
00119 Roma
Tel.: 06 56358099 06 56358099, Fax: 06-5651500
Haltestelle:
Ferrovia Urbana (Stadtbahn) Roma-Lido ab Stazione Ostiense bis Haltestelle "Ostia Antica"
Öffnungszeiten:
Jan. u. Febr. 08.30-16.00
März: 08.30-17.00
letzter So. im März bis letzter So. im Okt.: 08.30-18.00
Nov. u. Dez: 08.30-16.00
Mo. geschlossen; die Ausgrabung muß 1 Stunde nach Einlassende verlassen werden.
Eintritt:
6,50 EUR, reduziert 3,50 EUR
Die Ausgrabungsstätte am ehemaligen Hafen vom alten Rom gehört mit Pompeji und dem Herkulaneum zu den besterhaltendsten römischen Siedlungen überhaupt. Die gut erhaltene Bausubstanz ermöglicht einen erstaunlichen Einblick in die Lebensweise der Römer. Vierstöckige Mietshäuser (die Insulae), Paläste und Speicher, ober- wie unterirdische religiöse Tempel und Markthallen, wurden von 1802 bis 1942 aus dem Tibersand geborgen. Die Bevölkerung von Ostia (lat. ostium = Flußmündung) setzte sich aus fast sämtlichen Mittelmeerkulturen und Religionen zusammen, und die Stadt konnte sich bereits zu Zeiten der römischen Kaiser größtmögliche Eigenständigkeit sichern. Bis zu 100 000 Menschen lebten in der lebendigen Hafenstadt und trugen zu der Versorgung der „ewigen Stadt“ Rom bei.
In der antiken Nekropolis sind mit den Kolumbarien der Zwillinge und der Tomba degli Archetti interessante Gräber zu besichtigen. Die Terme dei Cisiarri und Terme di Netturo (mit Mosaiken von Neptun mit seinem Hofstaat) sowie die Kaserne der Vigili für 400 Soldaten liegen am Anfang der einstigen Hauptstraße Decumano Massimo. Es folgt das Theater des Agrippa mit schönen Mosaiken und Inschriften im Portikus. Unter Kaiser Claudius entstand im 3. Jhd. n. Chr. die Grandi Horrea, das kommerzielle Zentrum Ostias. Die Via della Casa di Diana ist das wohl schönste Beispiel in Ostia für den antiken römischen Straßenbau. Im letzten Gebäude auf
der linken Seite ist ein Thermopolium aus dem 3. Jhd. n. Chr. zu sehen, das antiker Vorläufer von Mescita und Osteria war. Schanktische mit steinernen Versenkungen und Fresken, die Nahrungsmittel und Getränke zeigen, lassen die einstige Atmosphäre erahnen. Das Cassegiato dei Dipinti mit Fresken und Mosaiken aus dem 4. Jhd. n. Chr. ist auf drei Insulae (ehemalige Mietshäuser) verteilt. Über eine Treppe gelangt man in das Salzhaus aus dem 15. Jhd., in dem das Archäologische Museum untergebracht ist. Hier sind unter anderem der Sarkophag des Priesters der Kybele aus dem 3.Jhd., der Torso des Asklepios, ein Original aus hellenistischer Zeit, Bildnisse Trajans und Faustinas, der Gattin des Antoninus Pius sowie Marmorintarsien aus Geschäftshäusern Ostias, die im 4. Jh. entstanden, zu sehen.
In der Basilica Guidiziara wurde in der Antike Recht gesprochen, und im Tempio Rotondo hielten die Kaiser und Statthalter kultische Handlungen ab. Die heilige Zone, Area Sacra, mit seinem Tempel wurde bis ins 3. Jhd. n. Chr. zur Verehrung der Götter genutzt. In einem erstaunlich gutem Zustand findet man das Haus von Armor und Psyche vor, und in der Insula delle Muse widmeten sich die alten Römer eben dieser. Das Heiligtum der Kybele, der Tempel Magma Mater, die Tavernen der Schiffsverkäufer sowie die Schule des Trajan sind weitere Zeugnisse der Lebens- und Bauweise der einstigen Herrscher der antiken Welt.
Auch wenn Rom selbst vieles an Ruinen zu bieten hat, lohnt ein Ausflug in die antike Hafenstadt der Metropole in jedem Fall. Sie erreichen die Ausgrabungen ("Scavi") über die Haltestelle "Ostia Antica" der Bahnlinie Roma-Lido. Die heute einige Kilometer im Landesinnern gelegene Siedlung vermittelt einen ganz anderen - und in vielerlei Hinsicht leichter zugänglichen - Eindruck von einer antiken Stadt als Rom. Das liegt daran, dass das Stadtgebiet nicht in späteren Jahrhundert über- und zersiedelt wurde und so der Siedlungszusammenhang erhalten blieb. Dies begünstigte auch einen insgesamt besseren Erhaltungszustand der Ruinen, die teilweise bis in obere Stockwerke erhalten sind.