KGRM Rom-Studienfahrt 2010


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Petersdom

Programm > Christliches Rom

An der Stelle, wo während Neros Christenverfolgung der Apostel Petrus im Jahre 67 n.Chr. gekreuzigt und begraben wurde, entwickelte sich ein Wallfahrtsort des Frühchristentums, und nach Konstantins Toleranzedikt (313) errichtete man hier die Basilika Alt-St.-Peter. Im 16. Jhd wurde der heutige Petersdom unter Mithilfe von Renaissancemeistern wie Michelangelo und Raffael erbaut. Er beinhaltet zahlreiche Kunstschätze und christliche Heiligtümer. Der Petersdom wie auch die gesamte Vatikanstadt wird von der berühmten Schweizer Garde mit den traditionellen Uniformen bewacht.

Durch einen der fünf Eingänge gelangt man in das Vestibül, welches mit einer prachtvollen Stuckdecke ausgestattet ist und eine Statue von Bernini, die Kaiser Konstantin darstellt und ein Reiterstandbild von Karl dem Großen enthält. Durch das Mittelportal gelangt man in das Innere der größten Kirche der Christenheit. Auf der in den Boden eingelassenen Porphyrscheibe empfing Karl der Große vor dem Hochaltar in Alt-St.-Peter im Jahre 800 die Kaiserkrone.

Das Hochaltar, an dem nur der Papst predigen darf, befindet sich über dem Grab des Apostels Petrus. Über ihm die weltberühmte Kuppel von Michelangelo, die über 537 Stufen oder einen gebührenpflichtigen Aufzug bestiegen werden kann. Vom Dach des Petersdoms hat man in 123 m Höhe einen wunderbaren Ausblick über Rom. Unter der Kirche sind die Vatikanischen Grotten auf Niveau der ehemaligen Alt-St.-Peter-Kirche mit vielen Grabmälern aus alter und neuer Zeit (u. a. Petrus = Capella Clementina, Papst Sixtus der IV. etc.) zu besichtigen.

Hier erfahrt Ihr mehr über den Petersdom.

Kuppel des Petersdoms:
Selbst mit Aufzug sind es immer noch rund 300 Stufen: Dennoch lohnt der Aufstieg auf Michelangelos Kuppel unbedingt. Ohne Aufzug sind es rund 150 Stufen mehr. Morgens öffnet die Kuppel in der Regel um 8 Uhr (außer mittwochs, da der Petersdom während der Generalaudienz geschlossen bleibt) und schließt von April bis September um 18 Uhr, ansonsten um 17 Uhr. Der Eintritt beträgt inkl. Aufzug 7 EUR, ohne 4 EUR.

Adresse:
Piazza San Pietro

Haltestelle:
Busse 40, 62
Piazza Risorgimento: Metro A "Otaviano - St. Pietro", Tram 19 "Risorgimento", Busse 23, 32, 49, 81, 271, 492, 907, 982, 990
Piazza Pia: Busse 23, 34, 40, 271, 982
Lungotevere in Sassia: 23, 34, 40, 46, 62, 64, 98, 271, 280, 571, 870, 881, 916, 982

google-map:
http://maps.google.de/maps?q=sankt+peter,+Rom+Italien&hl=de&cd=5&ei=V77GS7zeINjIsAaqsLTJCA&sll=41.900783,12.45876&sspn=0.026852,0.081126&ie=UTF8&view=map&cid=10359788790021813882&ved=0CBQQpQY&hq=sankt+peter,+Rom+Italien&hnear=&ll=41.905439,12.451329&spn=0.01351,0.027423&z=15

Öffnungszeiten:
8-17 Uhr, von April bis September bis 18 Uhr (nicht Mi vormittags während der Generalaudienz)

Eintritt:
mit Aufzug 7 EUR, ohne 4 EUR

An der Stelle, wo der Überlieferung nach der Heilige Petrus bestattet ist, wurde Anfangs des 4. Jahrhunderts die erste Peterskirche errichtet und von Papst Silvester I. 326 geweiht. Es war eine fünfschiffige Basilika von dem Typ, den wir in St. Paul vor den Mauern sehen.

In der Peterskirche:
Im 15. Jahrhundert hatte diese Kirche, besonders nach dem Exil der Päpste in Avignon, an Pracht eingebüßt und war baufällig geworden. Papst Nikolaus V. rief im Jahr 1452 zu Spenden für den Bau eines neuen Gotteshauses auf. Der Bau zog sich über mehr als 150 Jahre hin. Alle bedeutenden Baumeister der Renaissance und des Barock waren daran beteiligt, sie seien nur aufgezählt: Bramante, Raffael, Baldassare Peruzzi, Giuliano Sangallo, Antonio Sangallo, Michelangelo, Vingola, Giacomo della Porta, Domenico Fontana, Carlo Maderno und zuletzt Bernini.

In der Vorhalle sehen wir rechts die Reiterstatue Kaiser Konstantins, ein Werk von Bernini aus dem Jahr 1670. Das Gegenstück links stellt einen anderen Kaiser dar, Karl den Großen.

Über dem Mittelportal sind Fragmente eines Mosaiks von Giotto aus der alten Peterskirche erhalten. Dargestellt ist der Sturm auf dem See aus dem Lukasevangelium (Lk 8, 22–25).

Von den fünf Türen zur Kirche ist die rechte zugemauert. Es handelt sich um die Heilige Pforte, die nur in einem Heiligen Jahr offen steht.

Im Innern der Kirche sind auf dem Boden die Längen anderer Kathedralen markiert, gemessen von der Apsis der Peterskirche aus. Darunter sind auch einige Kirchen aus dem deutschsprachigen Raum, so der Speyerer Dom mit 134 Metern.

Auf dem Boden ist außerdem eine große, runde Porphyrplatte (rotes Gestein) unmittelbar hinter dem Mittelportal von Bedeutung. Diese Platte befand sich in der alten Peterskirche am Hauptaltar und auf ihr wurde angeblich Karl der Große am Weihnachtstag 800 zum Kaiser gekrönt.

Pietà von Michelangelo:
Gleich in der ersten Seitenkapelle rechts befindet sich eines der bedeutendsten Kunstwerke der Peterskirche, die Pietà von Michelangelo. Mit ihr begründete Michelangelo Buonarotti im Alter von 25 Jahren 1499/1500 in Rom seinen Ruhm als Bildhauer.

Es handelt sich um die Darstellung von Maria, der Mutter Gottes, mit ihrem toten Sohn, der vom Kreuz abgenommen wurde. Die Bibel berichtet davon nichts; diese Art der Darstellung kam ab dem Jahr 1300 in Deutschland auf und verbreitete sich auch nach Frankreich. Auftraggeber für Michelangelos Werk war ein französischer Kardinal.

Erstaunlich ist, dass Michelangelo die Jungfrau Maria tatsächlich als junge Frau dargestellt hat, jünger als ihr toter Sohn. Er hat sein Werk mit seinem Namen auf dem Halsband Marias signiert. Besonders bei der Politur erreicht er eine technische Vollendung, die er bei späteren Werken nicht mehr erreicht hat und wohl auch gar nicht mehr erreichen wollte. Nach einem Anschlag auf die Statue ist sie leider nur noch hinter Sicherheitsglas zu sehen.

Die vier Hauptpfeiler unter der Kuppel sind nach den Heiligen benannt, deren Statuen in Nischen in den Pfeilern stehen. Alle vier haben eine Verbindung zum Kreuz:

Longinus mit der Lanze, der römische Hauptmann, der unter dem Kreuz das Bekenntnis „Dieser war in Wahrheit Gottes Sohn“ ablegte; ein Werk von Bernini aus dem Jahr 1639. Andreas, leicht zu erkennen an dem „Andreaskreuz“, an dem er gekreuzigt wurde. Veronika, die Jesus bei seinem Kreuzweg das Schweißtuch reichte, und zuletzt die Kaiserin Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, die der Legende nach in Jerusalem das Kreuz wiedergefunden hat.

Petrusstatue in der Peterskirche:
Eines der populärsten Werke ist die Bronzestatue des heiligen Petrus am Longinus-Pfeiler. Sie stammt wohl aus dem 13. Jahrhundert, wurde aber lange für viel älter gehalten. An Festtagen wird die Statue mit Gewändern bekleidet und mit einer kleinen Tiara gekrönt. Ihr rechter Fuß ist durch die Küsse und Berührungen vieler Gläubiger abgeschliffen. Frauen erhoffen sich durch die Berührung Kindersegen – überlegen Sie sich also gut, was sie tun!

Direkt unter der Kuppel befindet sich der Hauptaltar über dem Petrusgrab. Der verspielte Baldachin wurde von Bernini erschaffen; die Bronze dafür stammt vom Dach des Pantheons.

Um die Confessio davor leuchten 95 ewige Lichter. In diese Vertiefung sieht man hinunter zum Petrusgrab. Die Statue in der Confessio zeigt Papst Pius VI. (1775–1799).

Die Inschrift, die sich in griechischer und lateinischer Sprache auf einem goldenen Band durch die Kirche zieht, lautet auf Latein: „Tu es Petrus et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam et tibi dabo claves regina caelorum – Du bist Petrus, der Fels, und auf diesem Felsen will ich meine Kirche errichten und dir gebe ich die Schlüssel des Himmelreiches“ (aus dem Matthäus-Evangelium, Kap. 15, Vers 16–18). Daraus leiten die Päpste ihre Legitimation und ihren Machtanspruch ab. Um die Dimensionen der Kirche zu verdeutlichen sei angemerkt, dass die Buchstaben ca. zwei Meter hoch sind.

Vatikanische Grotten:
In den Vatikanischen Grotten unterhalb von St. Peter wird deutlich, dass der Bau auch eine Stätte des Glaubens ist. Die schiere Größe und die Masse der Besucher lassen einen dies oben in der Kirche leicht vergessen.

Das Grab von Johannes Paul II:
Entstanden sind die Grotten, als Antonio da Sangallo im Jahr 1546 den Fußboden um 3,20 m höher anlegte, um die Kirche besser vor Feuchtigkeit zu schützen. Die Päpste, die in der alten Peterskirche begraben waren, wurden hierher umgebettet, außerdem einige Kunstwerke der alten Peterskirche hierher gebracht. Zudem sind die meisten Päpste der Neuzeit in den Vatikanischen Grotten bestattet.

Von einem der Gänge aus ist der Blick in die Confessio mit dem Petrusgrab möglich.

Der Eingang zu den Grotten befindet sich jetzt rechts von der Peterskirche, dort wo man auch zur Kuppel gelangt. Eintritt wird für die Grotten nicht verlangt und eine Anmeldung ist nicht nötig. In einigen Reiseführern ist noch angegeben, dass der Zugang im Innern der Peterskirche am Longinus-Pfeiler sei, das wurde jedoch geändert.

Die Grotten sind nicht zu verwechseln mit der Vatikanischen Nekropole, einem antiken Friedhof, die sich noch tiefer befindet. Papst Pius XII. ließ unter der Kirche das Petrusgrab suchen. Gefunden wurden 22 Mausoleen und zwei offene Gräber. An einer Wand fand sich die eingekratzte Inschrift „Petrus rogat“, d. h. „Petrus fragt“ oder „Petrus bittet“.

Wer die Ausgrabungen besichtigen möchte, muss sich mindestens 20 Tage vor dem gewünschten Termin schriftlich an das „Ufficio Scavi“ der Dombauhütte wenden. Informationen dazu bieten das Deutschsprachige Pilgerzentrum (de) und das Ufficio scavi (it) (Ich selbst war noch nicht dort unten und kann deshalb leider keine näheren Tipps geben.)

Kuppel und Dach der Peterskirche:
Die Kuppel und das Dach können besichtigt werden. Auf dem Dach gibt es einen Kiosk, in dem Nonnen sowohl die üblichen Reiseandenken als auch Klerikalbedarf wie Kelche und Monstranzen verkaufen.


Atemberaubend ist der innere Rundgang am Ansatz der Kuppel, unmittelbar über dem Schriftband „Tu es Petrus“. Vom obersten Punkt der Kuppel aus hat man dann einen nicht weniger beeindruckenden Blick bis zu den Albaner und Sabiner Bergen und natürlich über den ganzen Staat der Vatikanstadt.

Für den Zutritt zur Kuppel wird Eintritt verlangt (4 Euro ohne Aufzug, 7 Euro mit Aufzug). Zu beachten ist, dass der Aufzug nur bis zum Dach der Peterskirche reicht. Die Kuppel selbst kann nur über zum Teil enge Treppen erstiegen werden. Der Aufstieg dorthin ist zwar sicher, aber trotzdem nichts für Leute mit Höhenangst, Platzangst oder kurzem Atem!

Öffnungszeiten:
Basilika: 7.00–18.00 Uhr, Sommer bis 19.00 Uhr
Grotten: 7.00–17.00 Uhr
Kuppel: 8.00–17.00 Uhr

Wenn in der Peterskirche Messen gefeiert werden (jeden Sonntag um 11 Uhr durch einen Kardinal), ist sie nicht vollständig für die Besichtigung zugänglich. Auch mittwochs während der Generalaudienz auf dem Petersplatz kommt man nicht in die Kirche.

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