KGRM Rom-Studienfahrt 2010


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Rom verstehen

Programm

Rom ist nicht eine Stadt, sondern die Stadt schlechthin.

Der Mythos, entstanden durch die legendäre Stadtgründung, wuchs zu einem bis heute wirkenden Geheimnis, dessen Wurzeln noch immer tief in dem einstigen Mittelpunkt eines riesigen Reiches verankert sind, das über 2000 Jahre lang das Zentrum europäischer Kultur bildete.

Das Besondere ist allerdings schwer zu fassen und reicht sicher in archaische Bewusstseinsebenen zurück, die dort noch immer erfahrbar scheinen, weil die Kontinuität unterschiedlicher Kulturen von siebenundzwanzig Jahrhunderten offenbar ungebrochen ist.

Es gibt keine Stadt von diesem Alter, die wie ein lebendiger Organismus, mit dem sie einmal ein Zellbiologe verglichen hat, “eine Schicht nach der anderen dem Ganzen anverwandelt, sich verändert und doch das Gleiche bleibt.“ Einer der besten Kenner der Stadt, Mauro Lucentini, schreibt: „Rom macht es einem wirklich nicht leicht.



Es kann zu Begeisterungsstürmen hinreißen aber auch in tiefste Frustration stürzen, je nachdem wie es einem gelingt das Gesehene zu verstehen. Der Grund liegt in ihrer Vielschichtigkeit. Die Stadt birgt so zahlreiche Schichten bedeutsamer Informationen, die zu entwirren und auseinander zu halten äußerst mühsam sein kann.

Altehrwürdige Ruinen verstecken sich in modernen Gebäuden, heidnische Tempel haben in modernen Institutionen, z.B. der heutigen Börse, überlebt oder als christliche Kirchen und diese wiederum in weltlichen Gebäuden : der Konvent von S.Silvestro z.B. in der heutigen Hauptpost von Rom. Mittelalterliche Bauten, Renaissancepaläste oder barocke Fassaden verbergen antike Säulen.

Stile, Formen, Original und Imitation, Altes und Neues sind schier unentwirrbar miteinander verquickt, sodass es schwierig ist, einzelne Gegenstände des Interesses zu interpretieren, manchmal sogar sie überhaupt auszumachen..

Aber diese Schwierigkeiten lassen sich überwinden“ , fährt Lucentini fort, „wenn man wirklich dazu entschlossen ist – und einen guten Führer hat.“ Die Etrusker, die Griechen, deren Kunst die Römer sammelten bzw. übernahmen, die Römer selbst, die Künstler von Byzanz und des Mittelalters, der Renaissance, des Barock ,des Klassizismus und der Romantik bis ins 19. Jahrhundert haben ihre Beiträge geleistet

Diese Entwicklungen wurden begleitet und beeinflusst durch verschiedene Religionen seit der Antike, durch deren Forderungen und denen der weltlichen Mächte und den damit verbundenen politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen

Beispielhaft können wir diese Zusammenhänge an Werken der Plastik, der Malerei, der Architektur, an Inschriften und an der Struktur der Stadt nachvollziehen

Unsere kurzde Reise kann nicht der Vermittlung von Fakten dienen, was die fachspezifische Literatur zu leisten hat, sondern soll ein Hinweis auf eine andere Ebene der Wahrnehmung und der Annäherung an das Phänomen Rom sein.

Es ist gerade in dieser Stadt notwendig, was aus den oben genannten Zusammenhängen deutlich wird, die sinnlich- emotionale Wahrnehmung zu fördern, um dem Mythos, der hinter dem rational Erfahrbaren lebt, nahe zu kommen.


Eine Stadt in lebendiger Rage. Ein Verkehr, der einen schier umhaut. Lärm und Trubel bis zum Abwinken. Schöne, liebenswerte und lustige Menschen - die Römer. Aber auch viele Arme, Behinderte und Obdachlose. Erstaunlich viel Sauberkeit, Ordnung und gute (Verkehrs-)Organisation in der Stadt. Motoroller, Ambulanzen, Busse, Tram, Metro, Autos, Gemüse-Vehikel mit 3 Rädern, Paläste, fantastische Kirchen, umwerfende Historie überall, Winkel und Gassen, Prachtbauten und Buden, Boulevards und Kopfsteinpflastergassen, Blumen überall, und Hunde und Katzen, Gaukler und Panhandler, Bettler und Nonnen, gläubige Pilger aus aller Welt, Ferraris und Lambos, Rennradfahrer auf der Viale Trastevere und Jogger am Gianicolo.

Rom ist eine unglaubliche Stadt. Sie ist die Stadt aller Städte. Und Rom ist ewig - bis das Colosseum zusammenfällt. Aber dann ist ja auch unsere Welt am Ende.

So ist es überliefert. Und so wird es sein.

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