KGRM Rom-Studienfahrt 2010


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San Sebastian

Programm > Christliches Rom

Gerade an den Gräbern von Märtyrern versammelten sich die frühen Christusgemeinden, um ihrer Verstorbenen - viele davon in den ersten Jahrhunderten waren Martyrer, das heißt Blutzeugen für ihren Glauben - zu gedenken und gemeinsam das Dankesopfer (Eucharistie) zu feiern.

Und so wurde auch die Begräbnisstätte des Heiligen Sebastian bald zu einem bevorzugten Platz des Gebetes. In späterer Zeit wurden die Gebeine von St. Sebastian von den Katakomben in die schon früh erbaute darüber befindliche Kirche übertragen.

"Die Via Appia Antica erhält ihren besonderen Charakter durch die vielen Grabmäler und Gedenksteine vornehmer römischer Familien aus der Antikea. An allen Ausfallstraßen Roms entstanden früh Bestattungsorte (...) Auch unter dem Gelände von "San Sebastiano" existierte ein zunächst heidnisches, später christliches Totenfeld. Dieser Ort hieß "ad catacumbas". Von hier breitet sich die Bezeichnung "Katakombe" für unterirdische Grabstätten überhaupt aus. Die Gräber von Glaubenszeugen machen Mut, auch das eigene Leben immer wieder neu an Leben, Tod und Auferstehung Jesu Christi auszurichten."

"St. Sebastian außer der Mauer, eine halbe Stunde vom gleichnamigen Tor dicht an der Appischen Straße, gehört zu den ältesten Kirchen Roms und ist wieder auf den Katakomben erbaut, welche unter dem ganzen Hügel rechts an der Straße sich hinziehen. (...) Die Kirche selbst ist nicht groß, hat nur ein Schiff mit verhältnismäßig kleinen Seitenkapellen. (...) Was die Kirche ganz besonders andächtig und für den Pilger höchstinteressant macht, ist die Menge von Reliquien, welche wir hier vorfinden. Gleich links zur Seite die Kapelle des heiligen Sebastian, welcher an dieser Stätte in den Katakomben beigesetzt wurde. Auf seiner Grabstätte liegt die Marmorstatue des Heiligen, gerade kein ungewöhnliches Kunstwerk. (...) Selbst unter dem Boden der Kirche sind die Gebeine unzähliger Martyrer niedergelegt, die man aus den Katakomben nebenan genommen und hier in die heilige Gemeinschaft der Kirche gebettet."

(Adolph Kolping in den "Rheinischen Volksblättern", 1863)





























In einer Seitenkapelle, links des Hauptschiffes dieser Kirche, befindet sich das heute prächtig geschmückte Grabmal des Heiligen, mit einer von Giorgetti geschaffenen Statue. Immer wieder fällt uns sein Abbild ins Auge, ob in der Mitte des Hochaltares oder im Zentrum der Kassettendecke. Stets ist Sebastian von Pfeilen getroffen dargestellt, was als Zeichen seines Martyrertums gilt (siehe hierzu ausführlich die Biographie weiter unten).

Weiterhin wird hier in einer weiteren Seitenkapelle ein Stück Stein aufbewahrt, auf dem ein Fußabdruck gezeigt wird, den der auferstandene Christus bei seiner Begegnung mit Petrus an der Via Appia hinterlassen haben soll. Die berühmte Frage des Petrus "Dominus, Quo Vadis" (Herr, wohin gehst du?) ist von dort überliefert.

"Sebastian war nach dem Zeugnis des Ambrosius Mailänder, möglicherweise aber auch in Narbonne geboren, so eine Legende im Umfeld eines Sebastiangrabes in Rom. Danach war er Hauptmann der Prätorianergarde am kaiserlichen Hof Diokletians, der dort aber ungeachtet des Verbotes seinen christlichen Glauben weiter bekannte und viele zum Christentum bekehrte. Seine Stellung erlaubte ihm, seinen christlichen Glaubensgenossen in den Gefängnissen Roms beizustehen, ihnen Mut zuzusprechen und immer weitere Römer zu bekehren.

Der Legende nach ließ der römische Kaiser Diokletian, als er von Sebastians Glauben erfuhr, ihn an einen Baum binden und von numidischen Bogenschützen erschießen. Er wurde jedoch von den Pfeilen nicht getötet. Die Witwe des Märtyrers Castulus namens Irene nahm sich seiner an und pflegte seine Wunden. Als er sich wieder erholt hatte, trat er dem erstaunten Kaiser öffentlich entgegen, um ihm die grausame Sinnlosigkeit seiner Verfolgungen vorzuhalten. Diokletian ließ ihn daraufhin im Circus von Rom zu Tode peitschen und die Leiche in die "cloaca maxima", die große Kloake, werfen. Sebastian erschien dann der Christin Lucina im Traum und wies ihr den Ort; sie holte den Leichnam heraus und bestattete ihn an der Apostelkirche an der Via Appia, unter der heutigen Kirche San Sebastiano ad Catacumbas."

Adresse:
Via Appia Antica, 136, 00179 Rom, Italien

google-map:
http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=san+sebastiano,+Rom+Italia&sll=41.855877,12.516301&sspn=0.02864,0.054846&ie=UTF8&hq=&hnear=San+Sebastiano,+Via+Appia+Antica,+136,+00179+Rom,+Latium,+Italien&ll=41.861635,12.51626&spn=0.028638,0.054846&z=14&iwloc=A


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